12.02.2026, 09:55
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SAP – Chancen und Risiken durch Künstliche Intelligenz

Die Sorgen vor einer Disruption ganzer Geschäftsmodelle durch neue KI-Agenten lassen momentan die Kurse zahlreicher Unternehmen purzeln. Besonders im Fokus steht die Software-Branche. Darunter leidet auch das größte börsengelistete deutsche Unternehmen.

 

Der Software-Gigant SAP galt vor noch gar nicht allzu langer Zeit als einer der großen Profiteure des KI-Booms. Der Konzern hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und voll auf die KI-Karte gesetzt. Der Vorstand ist überzeugt, seinen Kunden dank der in vielen Jahren gesammelten Masse an hochwertigen Unternehmensdaten die besten und hilfreichsten KI-Modelle zur Verfügung stellen zu können. Die Kunden sollen davon erheblich profitieren und im Gegenzug höhere Preise zahlen. Eine Win-Win-Situation, so zumindest der Plan.

Aktuell sorgen sich viele Marktteilnehmer aber, dass SAP unter dem schnellen Fortschritt der Künstlichen Intelligenz leiden wird. Wenn KI-Agenten für die Kunden zukünftig Aufgaben übernehmen, für die früher mehrere Mitarbeiter eine SAP-Lizenz brauchten, dürfte die Anzahl der zahlenden Nutzer dramatisch sinken. Und bei Softwareunternehmen ist es oftmals so, dass ein Großteil der Einnahmen an die Anzahl der Nutzer gekoppelt ist. SAP verändert daher gerade sein Preismodell, was aber nicht von heute auf Morgen Früchte tragen dürfte.

Wie das Ganze am Ende ausgeht, steht heute noch in den Sternen. Während die Anleger gefühlt wahllos die Aktien aller Firmen verkaufen, die ggf. von einer KI-Disruption betroffen sein könnten, hält die große Mehrheit der im Detail differenzierenden Analysten die Risiken für SAP für vergleichsweise gering. Berenberg hat sein Kursziel von 250 Euro (Upside von 47 Prozent) bei der Vorstellung einer „Einkaufsliste“ für die zuletzt arg von KI-Sorgen gebeutelte Softwarebranche gerade noch mal untermauert. Goldman Sachs hat den fairen Wert zwar deutlich von 320 auf 260 Euro runtergenommen, bleibt mit Blick auf ein „erhebliches Monetarisierungs-Potenzial“ aber ebenfalls sehr optimistisch. Das 12-Month-Forward-KGV der Aktie ist mit aktuell 24 derweil gerade unter den 10-Jahres-Durchschnitt gesunken.

Die große Unsicherheit und die starken Kursschwankungen der vergangenen Monate (40 Prozent Verlust auf Jahressicht) lassen Zertifikate auf SAP aktuell besonders spannend aussehen. Der von uns diesmal bewusst wegen seiner langen Laufzeit (12/28) ausgewählte Discounter der BNP Paribas bietet schon bei einer Seitwärtsbewegung der Aktie (Cap: 170 Euro) eine Ertragschance von rund 29 Prozent, was eine p.a.-Rendite von mehr als 9 Prozent bedeuten würde. Verluste drohen nur, wenn die Aktie am Ende gut 22 Prozent unter ihrem aktuellen Niveau notiert. Realisiert werden müssen diese dann nicht zwingend, denn bei Aktienkursen unterhalb des Caps werden Aktien in das Anlegerdepot gebucht (PJ3Y64).


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