18.02.2026, 13:17
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Nemetschek – Chancen nach Kurshalbierung des Bausoftware-Anbieters

Die Diskussion um eine mögliche Disruption von Softwarefirmen hält an. Auch Anbieter von Bausoftware leiden aktuell darunter, obwohl die Risiken hier als relativ gering eingestuft werden. Der massive Kursrückgang bei Nemetschek könnte daher Chancen bieten.

Die jüngsten Zahlen (29.1.) des Softwareanbieters für die digitale Transformation in der Bau- und Medienbranche konnten sich wahrlich sehen lassen. Beim Umsatz (+22,6 Prozent) wurde 2025 ein neues Rekordlevel erreicht und die im Juli angehobene Prognose sogar leicht übertroffen. Der operative Gewinn stieg überproportional und mit einer EBITDA-Marge von 31,2 Prozent schnitt man ebenfalls etwas besser ab als prognostiziert („rund 31 Prozent). Trotzdem ist der Aktienkurs seit der Veröffentlichung um 15 Prozent gefallen. Seit dem Hoch im vergangenen Sommer summieren sich die Verluste mittlerweile auf 53 Prozent.

Nemetschek selbst sieht sich mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung der Baubranche eindeutig als KI-Profiteur und hat deshalb auch eine eigene „AI-first-Strategie“ entwickelt, auf deren Basis das Lösungsportfolio kontinuierlich weiterentwickelt und um innovative generative AI- und Agentic-AI-Funktionen ergänzt werden soll. Der Vorstand sieht in diesem Bereich „erhebliche zusätzliche Wachstumspotenziale“ und blickt „sehr zuversichtlich“ auf das Jahr 2026 und darüber hinaus. Erwartet wird eine „weiteres starkes, nachhaltiges und profitables Wachstum“, wobei (wie 2025) auch Übernahmen dazu beitragen können.

Ein Dorn im Auge vieler Anleger war lange Zeit die absolut und auch im Branchenvergleich recht ambitionierte Bewertung der Aktie. Vor elf Monaten wurde Nemetschek noch mit einem 12-Month-Forward-KGV von über 60 gehandelt, Anfang 2021 lag das Gewinn-Multiple in der Spitze sogar bei knapp 90. Aktuell sind es noch rund 27, was das niedrigste Niveau der vergangenen zehn Jahre bedeutet. Auch bezogen auf die in den Folgejahren erwarteten Gewinne wirkt die Aktie aktuell vergleichsweise günstig. Charttechnisch befindet sich der Kurs allerdings noch im freien Fall, die nächste Unterstützung befindet sich bei rund 55 Euro.

Knapp darüber, nämlich bei 56 Euro, liegt der Cap des für die heutige Marktidee ausgewählten Discounters auf Nemetschek. Das Zertifikat der DZ Bank wird Ende des Jahres fällig und bietet bei einem Risikopuffer von derzeit rund 14 Prozent eine Ertragschance von über 12 Prozent. Die annualisierte Rendite liegt damit bei gut 14 Prozent. Verluste erleiden Anleger mit dem Discounter erst dann, wenn die Aktie am finalen Bewertungstag (18.12.26) unter rund 50 Euro notiert und damit vom aktuellen Niveaus aus noch mal gut 23 Prozent verliert (DY1QR9).


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