18.03.2026, 13:27
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Fraport – Schwankungsfreudige Aktie dreht nach oben

Die Aktie von Fraport war bislang nichts für Freunde von starken und nachhaltigen Trends. Auf Sicht von 20 Jahren zeigt sich der Kurs unter sehr hohen Schwankungen nahezu unverändert. Zuletzt ging es wieder aufwärts. Ein guter Zeitpunkt, um über Zertifikate nachzudenken.

Schon am Tag vor der Bilanz-PK zum abgelaufenen Geschäftsjahr am Dienstag war der Fraport-Aktie eine eindrucksvolle Intraday-Erholung gelungen. Nach einem Tagestief bei 68,50 Euro lag der Kurs zum Handelsschluss bei 71,65 Euro. Am Folgetag eröffnete die Aktie mit einem Aufwärts-Gap und setzte ihren Höhenflug anschließend weiter fort. Aktuell kostet ein Anteilsschein rund 77 Euro. Beim Zahlenwerk lagen sowohl der Umsatz als auch der operative Gewinn über den Schätzungen des Marktes. Erfreulich war vor allem die EBITDA-Marge, die im Jahresvergleich von 29,4 Prozent auf 32,4 Prozent gestiegen ist.

Im Fokus der Analysten stand aber vor allem der Free Cashflow, der mit 24 Mio. Euro früher als geplant positiv ausfiel. Barclays hob in seiner Analyse genau das hervor und erhöhte das Kursziel von 90,50 Euro auf 95,00 Euro. Gelobt wurde zudem, dass die künftige Entwicklung durch die klaren Investitionspläne nun besser absehbar sei. Etwas skeptischer äußern sich die Kollegen der UBS, die bei einem Kursziel von nur 68 Euro zum Verkauf der Aktie raten. Die hauseigene Prognose beim EBITDA sei zwar übertroffen worden, das Segment Einzelhandel des Flughafenbetreibers habe aber schlechter als erwartet abgeschnitten.

In den vergangenen Wochen war die Aktie vor allem wegen des Iran-Konflikt unter Druck geraten. Firmenchef Stefan Schulte beruhigte die Märkte nun aber erst mal mit seiner Aussage, dass der Krieg im Nahen Osten keine großen Effekte auf das Zahlenwerk des Unternehmens hat, da die Region für nur rund 5 Prozent des Verkehrsaufkommens steht. Bei der Bewertung der Aktie macht der historische Vergleich bei den Gewinn-Multiples nur begrenzt Sinn, weil die Profitabilität in der Vergangenheit oftmals sehr dünn war und es auch immer wieder Verlustjahre gab. Das vor allem in solchen Fällen hilfreiche Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt mit gut 1,1 knapp unter dem 10-Jahres-Durchschnitt.

Für die heutige Marktidee haben wir einen Discounter von HSBC auf Fraport gefunden, der im Juni des kommenden Jahres fällig wird. Das Papier wird mit einem Abschlag (Discount) von fast 19 Prozent gehandelt, wodurch etwaige Verluste bei einem starken Kursrückgang der Aktie abgefedert werden. Der bei 70 Euro platzierte Cap bedeutet einen Risikopuffer von gut 8 Prozent. Liegt Fraport am Ende darüber, winkt ein Gewinn von 12,6 Prozent (9,9 Prozent p.a.). Bei Schlusskursen unter 70 Euro werden Aktien in die Anlegerdepots gebucht (HT81RB).


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