15.04.2026, 14:17
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Microsoft – Sorgt der OpenAI-Börsengang für einen Stimmungsumschwung?

Microsoft steht an der Börse seit Monaten unter Druck. Immer mehr Anleger fragen sich, ob die enormen KI-Investitionen schnell genug in Umsatz und Gewinn umschlagen. Nach einem zwischenzeitlichen Kursrückgang von 35 Prozent sehen Analysten allerdings mehr Chancen als Risiken.

In den vergangenen Monaten belasteten vor allem drei Punkte die Aktie: sehr hohe Ausgaben für KI-Infrastruktur, ein Cloud-Wachstum, das die hohen Erwartungen zuletzt nur knapp erfüllen konnte, und die Sorge, dass neue KI-Modelle klassische Software-Geschäftsmodelle unter Druck setzen könnten. Dazu kam die Diskussion über die Abhängigkeit von OpenAI.

Neue Zahlen kommen in zwei Wochen (29.4.). Entscheidend dürfte dabei vor allem der Ausblick sein. Ein wichtiger Vorbote waren die Umsatzzahlen von TSMC in dieser Woche. Der Chipfertiger meldete für das erste Quartal überraschend hohe Erlöse von 1,13 Bio. Taiwan-Dollar. Analysten werten das als Indiz dafür, dass die Nachfrage nach KI-Chips und modernem Packaging hoch bleibt. Das würde die Grundannahme hinter dem Ausbau der Azure-Rechenzentren von Microsoft stützen. Fantasie bietet darüber hinaus der geplante Börsengang von OpenAI. Microsoft könnte davon über seinen Anteil (ca. 27 Prozent) profitieren.

Die Analysten sehen bei allen Risiken aktuell im Konsens reichlich Potenzial bei der Aktie. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Bewertung im historischen Vergleich auf Basis der aktuellen Schätzungen günstig erscheint. Das 12-Month-Forward-KGV liegt bei gut 21, das EV/EBIT bei gut 17. Die 10-Jahres-Durchschnittswerte betragen knapp 27 bzw. 21. Der Aktienkurs ist seit Ende Oktober im Tief um gut 35 Prozent gefallen. Seit Ende März läuft eine Gegenbewegung, in deren Verlauf der Kurs bislang um knapp 11 Prozent gestiegen ist.

Für die heutige Marktidee haben wir mit Blick auf die Kursziele der Analysten einen etwas offensiveren Ansatz gewählt. Der Cap des Discounters von UniCredit liegt mit 450 Dollar gut 13 Prozent über der aktuellen Notierung (UN3XT2). Gelingt Microsoft zum Bewertungstag im Juni 2027 die Rückeroberung dieser Marke, erhalten Anleger nach 14 Monaten einen Ertrag von 26,6 Prozent. Sollte sich die Aktie unter dem Strich seitwärts bewegen, reicht das beim Zertifikat trotzdem für ein Kursplus von 11,6 Prozent. Zu Verlusten kommt es erst dann, wenn der Kursrückgang der Aktie den Discount von gut 10 Prozent übersteigt. Bei all diesen Berechnungen ist zu beachten, dass die Entwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar einen Einfluss auf die Renditechancen haben kann. Dabei gilt, dass ein starker Euro tendenziell negativ und ein schwacher Euro tendenziell positiv wirkt.


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