07.05.2026, 11:53
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Infineon – KI-Profiteur mit 22 Prozent Seitwärtsrendite

Dank höherer Ziele für das laufende Jahr, einem breit angelegten Aufschwung und wachsender KI-Fantasie kommen viele Analysten bei Infineon ins Schwärmen. Die Aktie ist zuletzt allerdings auch schon sehr gut gelaufen.

Je leistungsfähiger KI-Rechenzentren werden, desto anspruchsvoller und wichtiger wird die Stromversorgung. Aus diesem Grund wird der Chiphersteller Infineon seit einigen Wochen als einer der großen KI-Profiteure gefeiert. Der Konzern liefert nämlich genau die Bauteile, die den Strom effizient, stabil und verlustarm in die Rechenzentren bringen. Der Vorstand zeigte sich zur Wochenmitte entsprechend zuversichtlich. Auch weil es im immer noch sehr bedeutenden Automotive-Geschäft zunehmend besser läuft. Zwar sind die Umsätze hier im abgelaufenen Quartal leicht gesunken, die Auftragsbücher sind aber gut gefüllt. Auch deshalb rechnet der Konzern für das laufende Jahr (endet im September) mit stärkeren Wachstumsraten und höheren Gewinnmargen als bislang avisiert.

Die Analysten von Jefferies haben daraufhin ihr Kursziel von 52 auf 75 Euro angehoben und erwarten ein deutlich stärkeres Geschäftsjahr 2026/27. Jefferies erhöhte die EPS-Schätzung für 2027 um 26 Prozent und bezeichnete die offizielle Prognose für das KI-Power-Geschäft als konservativ. Die Kollegen von Bernstein hoben ihr Kursziel von 52 auf 74 Euro an, die Deutsche Bank sieht den fairen Wert nunmehr bei 70 (zuvor: 52) Euro. Mit den deutlich höheren Gewinnschätzungen dürfte sich auch die aktuell recht ambitioniert anmutende Bewertung der Aktie wieder etwas reduzieren. Das im historischen Kontext relativ hohe Gewinn-Multiple dürfte ein wesentlicher Grund dafür gewesen sein, dass die Aktie am Mittwoch trotz der höheren Jahresprognose zunächst etwas an Wert einbüßte.

Im laufenden Jahr ist der Kurs bislang um 63 Prozent gestiegen, seit dem „Zoll-Crash“-Tief im April 2025 sind es 161 Prozent. Die in den vergangenen Monaten (Marktidee vom 21.05.25 und Marktidee vom 04.02.26) hier vorgestellten Capped Bonuszertifikate auf Infineon haben sich dadurch ebenfalls sehr positiv entwickelt. Nach dem sehr starken Anstieg bevorzugen wir aktuell eher Discountzertifikate. Bei einer Laufzeit bis Juni 2027 lassen sich hier Seitwärtsrenditen von über 20 Prozent realisieren. Der ausgewählte Discounter von Goldman Sachs zum Beispiel ermöglicht Anlegern einen Ertrag von 24,3 Prozent (21,9 Prozent p.a.), wenn die Aktie von Infineon auch am Bewertungstag (17.06.27) mindestens bei 60 Euro notiert (GU9KK1). Der hohe Discount sorgt auch dafür, dass Investoren erst bei einem Kursrückgang der Aktie von gut 20 Prozent am Laufzeitende keinen positiven Ertrag mehr erzielen. Etwaige Verluste fallen dann zudem deutlich geringer aus als bei einem Direktinvestment in Infineon.


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