20.09.2023, 11:45
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TUI – 13 Prozent Ertrag bei erfolgreicher Bodenbildung

Der Kursverlauf der TUI-Aktie ist ein einziges Desaster. Seit über fünf Jahren befindet sich der Kurs im Sinkflug. Trotz zwischenzeitlich auch mal kräftiger Erholungen sind bei dem Touristikkonzern seit dem Mai 2018 satte 90 Prozent an Börsenwert verloren gegangen. Allein seit Mitte Januar dieses Jahres hat sich der Kurs halbiert. Die Nachwehen der Corona-Pandemie sind hier deutlich zu erkennen. Um die damals überlebensnotwenigen Staatshilfen zurückzahlen zu können, hat TUI mehrfach neues Kapital aufnehmen müssen. Hinzu kommen die Sorgen vor negativen Folgen der deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Zumindest beim letztgenannten Punkt gab es nun aber leichte Entwarnung. Während der laufenden Sommersaison haben sich die Konsumenten mit Blick auf ihre Urlaubsaktivitäten die Laune nicht verderben lassen. Nach den jüngsten Daten des Analysehauses TDA lagen die Buchungsumsätze für Veranstalterreisen per Ende Juli 16 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und 9 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau des Sommers 2019. TUI wiederum hat diese Woche berichtet, dass die Buchungen beim Branchenprimus aktuell 5 Prozent höher als 2022 und nur noch 4 Prozent niedriger als 2019 liegen. Ereignisse wie die schweren Waldbrände auf Rhodos haben noch bessere Zahlen verhindert.

Trotzdem zeigt sich Tui-Chef Sebastian Ebel optimistisch, dass sein Konzern die avisierten Gewinnziele für das diesen Monat zu Ende gehende Geschäftsjahr erreichen wird. Allerdings fallen die bislang wenig konkret aus. So soll das bereinigte EBIT den Vorjahreswert von 409 Mio. Euro lediglich „deutlich übertreffen“. Analysten rechnen aktuell mit einem mehr als doppelt so hohen Gewinn von 969 Mio. Euro. Nach neun Monaten lag TUI hier noch im Minus. Unter dem Strich zeigen die Konsensschätzungen einen Gewinn von 0,78 Euro je Aktie, der sich in den Folgejahren auf 1,06 Euro und 1,29 Euro erhöhen soll. Daraus errechnet sich für die Aktie ein KGV, dass von 7,4 in diesem Jahr auf 4,5 in 2025 sinken würde. Das ist im historischen Vergleich mehr als günstig, was auch für andere Bewertungskennzahlen wie zum Beispiel das hier angezeigte EV/EBITDA-Verhältnis gilt.

Trotzdem kommt die Aktie nicht richtig aus dem Quark, wie der o.a. Chart zeigt. Wahrscheinlich brauchen die Marktteilnehmer weitere Erfolgsmeldungen, um nachhaltig neues Vertrauen aufzubauen. Auch viele Analysten zeigen sich nur verhalten optimistisch. Die Strategen von Baader Helvea etwa haben ihr Kursziel für die TUI-Aktie gerade von 7,76 auf nur noch 5,71 Euro gesenkt. Das entspricht in etwa dem aktuellen Kursniveau. Bei dem heute ausgewählten Discounter der LBBW (LB4D5N) reicht es zur Auszahlung des Höchstbetrags aus, wenn die Aktie im Juni 2024 zumindest bei 5,00 Euro notiert. Bei einem entsprechenden Risikopuffer von ca. 13 Prozent winkt im Erfolgsfall ein Gewinn von 12,9 Prozent bzw. eine p.a.-Rendite von 17,0 Prozent. Verluste drohen erst bei einem weiteren Einbruch der Aktie um mehr als ca. 23 Prozent. Und die müssen dann nicht zwingend realisiert werden. Denn wenn TUI am Ende unter dem Cap liegt, wird kein Geld zurückgezahlt, sondern es erfolgt die Einbuchung von Aktien in die Anlegerdepots.


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