11.11.2024, 16:00
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Plus Verzerrte Daten nach BSW-Umstellungen (DZB Markt kompakt)

Nachbuchungen und neue Sortierung von Beständen sorgen für eingeschränkte Aussagekraft der Daten zur Marktentwicklung Der Verband der Emittenten von strukturierten Wertpapieren BSW hat seine Produktsystematik überarbeitet und die Klassifizierung der verschiedenen Typen von Anlageinstrumenten neu justiert. Auffälligste Änderung ist die Abspaltung der einfachen Fest- und Stufenzinspapiere von Anleihen mit irgendeiner Form der zusätzlichen Strukturierung – wie etwa Inflationsanleihen oder Geldmarkt-Floater. Außerdem hat der BSW eine genauere Abgrenzung der einzelnen Zertifikatetypen vorgenommen. Dies betrifft vor allem das Untersegment der Aktienanleihen mit Option einer vorzeitigen Rückzahlung („Express“). Produkte dieser Art wurden bei einigen Emittenten bislang im Segment „Aktienanleihen“ erfasst, bei anderen hingegen als „Expresszertifikate“. Hier wurde jetzt eine Vereinheitlichung vorgenommen, wie sie auch in den Publikationen des DZB bereits seit geraumer Zeit angewendet wird. Demnach werden sämtliche Zertifikate mit möglicher vorzeitiger Rückzahlung als „Expresszertifikat“ klassifiziert. Starke Verzerrungen in der StatistikDie Umstellungen führen auch in der vom Verband regelmäßig erstellten Marktstatistik zu einigen Verschiebungen. Dies gilt umso mehr, da der BSW die Neuordnung offenkundig auch zu weitergehenden Datenkorrekturen genutzt hat. So kam es insbesondere bei der DZ Bank zu Nachbuchungen einfacher Zinsanleihen, die bislang nicht als „Strukturierte Wertpapiere“ eingeordnet wurden und damit bisher auch nicht in der Statistik berücksichtigt worden waren. Helaba nicht mehr berücksichtigtDa mit den jetzt veröffentlichten Daten zum Ende des zweiten Quartals gleichzeitig die Helaba aus der Statistik herausgenommen wurde, kommt es zu zusätzlichen Verzerrungen und einer stark eingeschränkten Vergleichbarkeit mit den vorhergehenden Daten. Dies gilt insbesondere bei der Betrachtung zum investierten Anlagevolumen. Der BSW ermittelt per Ende Juni für die 59 noch beteiligten Emissionshäuser ein Gesamtvolumen von 540,1 Milliarden Euro und verzichtet auf die in der Vergangenheit erstellte Hochrechnung für den Gesamtmarkt. Die nicht mehr berücksichtigte Helaba kam zuletzt auf ein Volumen von 50 Milliarden Euro. Die nachgebuchten Anleihebestände der DZ Bank dürften sich den vorliegenden Daten folgend auf etwa 55 Milliarden Euro belaufen, sodass ein Großteil des Rückgangs gegenüber den noch nach altem Schema veröffentlichten Mai-Zahlen (557 Mrd. Euro) über diese Umstellungen zu erklären sein dürfte. Beim Vergleich des Volumens in einzelnen Produktgattungen wirkt sich vor allem die Umgruppierung zwischen „Aktienanleihen“ und „Expressen“ verzerrend aus. Der in der Übersicht links ausgewiesene starke Rückgang bei Aktienanleihen gibt also keinen Hinweis zum Nachfrageverhalten der Anlagekunden, sondern dürfte fast vollständig auf diese Umbuchung zurückzuführen sein. Bestand in Anlagezertifikaten stagniertAuf die Trendanalyse beim Volumen in Anlagezertifikaten haben die Änderungen hingegen nur geringen Einfluss. Der Ausstieg der Helaba macht sich hier kaum bemerkbar, da sie sich bei Eigenemissionen zuletzt auf Zinsprodukte beschränkt hatte. Auch die Verschiebung zwischen Aktienanleihen und Express wirkt sich hier nicht verzerrend aus, da beide Typen neben Bonus, Discount und Indexzertifikaten in die Betrachtung einfließen. Ein Blick auf diese Auswertung ist ernüchternd, weil er offenbart, dass sich das Volumen in den klassischen Zertifikaten seit einiger Zeit nur noch seitwärts entwickelt und bei rund 86 Milliarden Euro verharrt. Schwach zeigen sich vor allem Discounter, aber auch bei Aktienanleihen geht der Rückgang deutlich über den Umfang der umgebuchten Bestände hinaus. Im Ranking der Emittenten hat die DZ Bank dank der hohen Einbuchung einfacher Anleihen die Spitzenposition übernommen. Sie kommt auf einen Anteil von 62,0 Prozent des ausstehenden Volumens, wobei bei ihr jetzt wie bei der Deka rund die Hälfte der Gelder in Anleihen liegt. Die zweitplatzierte LBBW kommt sogar auf einen Anleiheanteil von 14 Prozent und würde sich bei einer separaten Betrachtung ohne die beiden Zinssegmente hinter der Deka auf Platz drei einsortieren. Bei den Produktsegmenten sind die auf Absatzeffekte zurückzuführenden Änderungen bei den Marktanteilen indes begrenzt. Die Deka legt beim Kapitalschutz mit Bezug zum Aktienmarkt zu. Die Société Générale verzeichnet in klassischen Zertifikatesegmenten wie Discount und Bonus Zugewinne. HSBC und Gettex gewinnen im HandelVon alldem völlig unberührt setzt HSBC den Siegeszug beim börslichen Handel fort. Mit einem Plus von mehr als 74 Prozent bei den durchschnittlichen Monatsumsätzen hat sie im ersten Halbjahr den Spitzenplatz im insgesamt boomenden Börsenhandel übernommen. Sehr stark präsentieren sich hier im Vergleich zum Vorjahr aber auch Morgan Stanley (+35 %), Vontobel (+08 %) und die UniCredit (+99 %). Alle vier profitieren dabei vor allem von der steigenden Handelsaktivität bei Hebelprodukten. Im börslichen Handel mit Anlageinstrumenten bleibt dagegen die DZ unangefochtene Nummer eins. Überdurchschnittliche Zugewinne verzeichnen hier Vontobel, die Société Générale und Morgan Stanley (einschließlich der Umsätze der Indexsparte Alphabeta). Weiterer Gewinner ist die Börse München: Gettex ist beim gehandelten Volumen an Frankfurt vorbeigezogen und hat sich bei der Anzahl abgewickelter Trades zuletzt vor Stuttgart auf Platz eins festgesetzt.


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